Winterwanderung von Ebershausen zur Fuggerkapelle

Blick von Norden auf die Fuggerkapelle.

Die reizvoll gelegene Fuggerkapelle ist von Ebershausen auf einem malerischen, einsamen Weg ereichbar. An klaren Tagen gibt es von der Kapelle einen großartigen Blick auf die Alpenkette.

  • Strecke
    10,06 km
  • Dauer
    2:40 h
  • Aufstieg
    119 Hm
  • Abstieg
    118 Hm
  • Schwierigkeit
    -

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Die 2008 auf einer Anhöhe bei Olgishofen/Unterallgäu errichtete Fuggerkapelle ist ein lohnendes Ziel für Wanderer und Radler gleichermaßen. Bei der etwa zehn Kilometer langen Runde (Beginn südlich von Ebershausen) wandern wir meist auf einsamen Wald- und Feldwegen. Auf dem Rückweg Richtung Ebershausen gibt es reizvolle Blicke ins Günztal. Am Wegesrand liegt kein Wirtshaus, so ist die klassische "Rucksackbrotzeit" zu empfehlen. 

Die Runde führt durch eine der einsamsten Landschaften unserer Region. Die Mitnahme einer Wanderkarte im Maßstab 1:50.000 erleichtert die Orientierung. Sehr hilfreich ist die GPS-Datei. Wir beginnen die Wanderung südlich von Ebershausen.

Die Runde startet vor einer Wegegabelung südlich des Ortes. Zum Ausgangspunkt gelangen wir, wenn wir in Eberhausen von der B 300 Richtung Kirchhaslach abbiegen. Nach dem Ort Eberhausen an der ersten Abzweigung rechts. Von unserem Ausgangspunkt wandern wir nach Süden, dann bei einer Gabelung links und in den Wald hinein.

Wir bleiben auf dem Weg, der uns westlich des Haselbachs nach Süden führt. Der Weg bringt uns in Richtung der Höhe zwischen Hasel- und Günztal hinauf. Wir können die Kapelle (sie kommt schließlich am Horizont in Sicht) dann rasch, nach links einschwenkend, am Waldrand entlang erreichen. Hilfreich ist für die Orientierung gerade hier die GPS-Datei. Wahlweise gehen wir den Weg weiter hinauf Richtung Olgishofen, dann den "Stich" nach Südosten zur Fuggerkapelle. 

Die 2008 erbaute Kapelle ist der Höhepunkt der Tour. Die Fuggerkapelle wurde von Fürst Hubertus Fugger (Babenhausen) aus Dankbarkeit für die Genesung seiner Frau auf einem Hügel nördlich von Kirchhaslach errichtet. Wanderer und Radler gleichermaßen schätzen diesen Ort - an klaren Tagen auch mit herrlichem Bergblick. 

„Nütze die Zeit“ steht auf der Außenfassade der Fuggerkapelle. Die Sitzgelegenheit an der Kapelle ist eine geradezu herzliche Einladung dazu. Der Altar im Inneren ist der Malerei von Albrecht Dürer nachempfunden. An der Kapelle gibt es wie bereits erwähnt eine Sitzgelegenheit, unsere mitgebrachte „Rucksackbrotzeit“ zu genießen. Denn unmittelbar am Wegesrand gibt es bei dieser Runde keine Einkehrmöglichkeit, keine Bank oder Ähnliches.. 

Nun beginnt unser Rückweg. Wir gehen von der Kapelle den Weg nach Nordwesten den Berg hinauf bis zum Ortsrand von Olgishofen. Hier wird rasch klar: Bei unserer Wanderung sind wir auch auf den Spuren der sagenumwobenen Kelten unterwegs. Wir passieren unweit von Olgishofen in nördliche Richtung gehend die Reste einer keltischen Viereckschanze, die wohl aus der Zeit des 2./1. Jahrhunderts vor Christus stammt.  

Die Kelten gliederten sich in viele verschiedene Stämme, deren Siedlungsgebiet weite Teile Europas umfasste. Kelten prägten von Spanien bis zum Balkan die Entwicklung zahlreicher europäischer Landschaften, darunter auch die britischen Inseln. Etliche der sogenannten Keltenschanzen oder auch Viereckschanzen entstanden in der Zeit vor dem römischen Einmarsch im Jahr 15 vor Christus. Als Viereckschanze oder Keltenschanze werden in erster Linie in Süddeutschland anzutreffenden Überbleibsel eines quadratischen, manchmal auch rechteckigen Areals mit Wall und Graben bezeichnet. Teile einer solchen Schanze sind bei Olgishofen/Unterallgäu zu sehen.

Welche Bedeutung hatten diese Anlagen? Eindeutig geklärt ist die Sache von der Wissenschaft noch nicht. Offenbar waren etliche Viereckschanzen keltische Gutshöfe. Denkbar ist, dass die Kelten auch Kultanlagen mit viereckigen Einfriedungen umgaben. Möglich ist, dass Viereckschanzen Orte kultischer Handlungen von Druiden waren. „Allein in Bayern sind über 200 solcher Plätze belegt“, schreibt die Wissenschaftlerin Dorothea van Endert in ihrer Darstellung über das Südschwäbische Vorgeschichtsmuseum Mindelheim. Sie berichtet auch von der „überlieferten Streitsucht“ der Kelten. Solche Niederungen des Alltags können wir auf unserer Wanderung ganz schnell hinter uns lassen.

Der Weg, der uns am östlichen Rand des Günztals weitgehend im Waldrandbereich nach Norden führt, ist nicht immer in bestem Zustand. Aber er ist problemlos passierbar. Festes Schuhwerk ist bei dieser Wanderung allerdings zu empfehlen.

Wir lassen den Wald schließlich hinter uns, dann bei einer Gabelung rechts, nach rund 300 Metern links und zurück zum Ausgangspunkt. Nicht weit weg von unserer Runde befindet sich in Ebershausen, Babenhauser Straße 14 das Gasthaus Albrecht-Beggel mit Einkehrmöglichkeit. Bei Gasthäusern ist es aber generell sehr zu empfehlen, sich nach den aktuellen Öffnungszeiten zu erkundigen.




Anfahrt

Durch Ebershausen führt die Bundesstraße B 300. Der Ausgangspunkt liegt unweit der Straße, die von Ebershausen nach Kirchhaslach führt. 

Parken

Im Bereich neben der Straße Ebershausen-Kirchhaslach ist dies problemlos möglich. 

Öffentliche Verkehrsmittel

Zwischen Krumbach und Memmingen verkehrt auf der B 300 eine Buslinie. Von dort sind es rund 500 Meter zum Ausgangspunkt unserer Runde. 

Besondere Sicherheitsvorkehrungen sind bei dieser Runde nicht nötig. Festes Schuhwerk ist aber zu empfehlen. 

Schöne Begegnung im Haseltal.
Erinnerung an die Malerei von Albrecht Dürer: - der Altar der Fuggerkapelle.
Hinweis auf die Keltenschanze bei Olgishofen.
Reizvolle Lichtspiele am Rand des Günztals.
Unterwegs im Haseltal zur Fuggerkapelle.
Die Keltenschanze bei von Olgishofen.
Die Fuggerkapelle liegt in der Nähe von Olgishofen.
Blick ins Innere der Fuggerkapelle.
Ortsrand von Olgishofen
Ausblick in das weite Günztal.
Der Start- und Zielpunkt der Runde liegt südlich von Ebershausen.

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