"Bei unserer rund 45 Kilometer langen, erlebnisreichen Radtour zwischen Krumbach und Roggenburg sind wir im besten Sinn „ganz nah am Wasser“. "
Autor, Peter Bauer
Peter Bauer
- Start: Wir beginnen unsere Fahrt im Krumbacher Stadtgarten.
- Bleicher Berg: Dem Kammeltal-Radweg folgend führt die Tour in nördliche Richtung und dann den Bleicher Berg hinauf. Im Bereich des Parkplatzes links und hinab nach Nordhofen. Von dort zur Straße Deisenhausen-Oberbleichen. Kurz vor Oberbleichen links zum Oberegger Stausee.
- Vogelparadies Oberegger Stausee: 1988 wurde dieser Bereich als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Zahlreiche Vögel- und Insektenarten sind hier zu beobachten. Darunter sind auch "Exoten" wie Reiherente, Tafelente oder Singschwäne. Das Gebiet des Stausees hat eine wechselvolle Geschichte. Bei seiner Einrichtung waren in der Zeit des Zweiten Weltkriegs (1939 bis 1945) auch Kriegsgefangene im Einsatz.
- Ruderpartie in Stoffenried: Weiter nach Norden, über die Günz Richtung Oberegg und nach rechts auf den Günztal-Radweg. An der ersten Abzweigung links, dann rechts und weiter Richtung Unterwiesenbach. An der Hauptstraße links, hinein in den Klosterweg und bei der ersten Abzweigung rechts zur Straße nach Stoffenried. Weiter zur Günzburger Kreisheimatstube mit viel Sehenswertem zu Heimatgeschichte und Brauchtum. Die Kreisheimatstube Stoffenried ist in der Regel jeden 2. und 4. Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Auf dem Dorfweiher können wir in einem Ruderboot eine entspannte Pause einlegen.
- Weiter nach Ingstetten: Danach am See entlang nach Süden in den Unterroggenburger Wald - bis zum Weg Oberwiesenbach-Ingstetten. Bei einer Gabelung rechts nach Ingstetten und weiter nach Roggenburg.
- Das Kloster Roggenburg ist bald erreicht: Ein Höhepunkt der Runde ist der Bereich des Klosters Roggenburg. Das Kloster wurde 1126 durch die Grafen von Bibereck als Prämonstratenser-Kloster gegründet. Das geistliche Leben fand durch die Säkularisation (Enteignung) 1802 ein abruptes Ende. 1982 gab es einen bemerkenswerten Neuanfang durch die Prämonstratenser (eine Gemeinschaft von Priestern). Es entstand das Bildungszentrum für Familie, Umwelt und Kultur mit Klostergasthof und Klosterladen. Die Kirche "Mariä Himmelfahrt" wurde 1752/58 nach Plänen des Edelstetter Baumeisters Simpert Kraemer unter der Regie seines Sohnes Johann Martin Kraemer erbaut. Die Malereien stammen zum großen Teil vom Weißenhorner Künstler Franz Martin Kuen. Vielfältig sind in Roggenburg die Einkehrmöglichkeiten. Sehr bekannt ist die Roggenschenke.
> Hilfe bei Radpannen: Hier befindet sich auch ein Schlauchautomat, der bei Radpannen eine Hilfe sein kann. Südlich von Roggenburg auf dem großen Parkplatz ist eine kleine Radwerkstatt mit Werkzeugen und Luftpumpe eingerichtet.

Peter Bauer

Ulrike Bosch

Peter Bauer
- Roggenburger Weiher: Wir aber sind hoffentlich pannenfrei unterwegs und unsere Runde führt hinab zum Roggenburger Weiher (mit weiterer Einkehrmöglichkeit, Tret- und Ruderbootverleih und Badegelegenheit). Hier wird die Runde zum wahren „Wassergenuss“.
- Wannenkapelle: Dann über die Straße Biberach-Meßhofen auf einen Feldweg. Wir radeln entlang von malerischen Fischweihern und links den Berg hinauf zur Wannenkapelle. Die Kapelle wurde 1845 gebaut. Sie erinnert an den Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648). Laut Klosterchronik wurde Pater Franziskus Doser von schwedischen Soldaten am Wannenberg an einer Eiche aufgehängt. Doch der Strick erdrosselte ihn nicht. Einer der Schweden soll dies bemerkt und den Strick durchschnitten haben. Zu sehen ist dies im Deckenfresko eines unbekannten Meisters im Chorraum. Herausragend in der Kapelle sind unter anderem die Ölgemälde von Johann Baptist Dollenbacher (1815 bis 1866) aus Unterbleichen (Kreis Günzburg). Und hier gibt es eine bemerkenswerte Parallelität zu Krumbach: Dollenbacher gestaltete auch das Altarblatt der Krumbacher Kirche St. Michael. Auch hinsichtlich der Architekten und weiterer Künstler gibt es zwischen der Roggenburger und der Krumbacher Kirche (1751/53) Parallelen.
- Nächste Station Meßhofen: Wir rollen hinab nach Meßhofen und dann hinauf zur Straße Roggenburg-Rennertshofen. In stürmischen dunklen Nächten soll hier der Geist des Frankenhofer Bauern mit Lärm und Peitschenknall zu hören sein. Der Frankenhofer Bauer war während des Bauerkriegs 1525 ein Führer von Aufständischen. Er wurde in Illertissen enthauptet. Weiter über Christertshofen vorbei an Waldreichenbach nach Tafertshofen.
- An der Günz nach Norden: Dann links entlang der malerischen Günz und zum Badestrand des Oberrieder Weihers (mit Kiosk). Das Rad stehen lassen und einfach rein ins Wasser: Zur warmen Jahreszeit wird dies zum Hochgenuss.
- Finale auf dem Trimm-Dich-Pfad: Danach weiter zur Straße Breitenthal-Krumbach. Rechts Richtung Nattenhausen. In Nattenhausen links Richtung Ortsmitte. Dann nach rechts in den Weg Burgberg. Über den bekannten Trimm-Dich-Pfad (wer möchte, legt hier noch ein paar Übungen ein) ist der Ausgangspunkt Krumbach bald erreicht

Peter Bauer
- Die Runde auf einen Blick:
Start/Ziel/Höhepunkt: Die Rundebeginnt und endet im Stadtgarten in der Ortsmitte von Krumbach. Krumbach liegt im Süden des Landkreises Günzburg. Höhe- und Wendepunkt ist Roggenburg im östlichen Landkreis Neu-Ulm.
Länge: 44,5 Kilometer
Höhenmeter: 470
Belag: In der Regel gute Feld- und Waldwege. Einige Passagen führen über asphaltierte Radwege und verkehrsarme Straßen.
Geeignet für… Kultur- und Naturfreunde. Für Familien mit größeren Kindern, die gerne mit dem Rad unterwegs sind, wird die Runde zu Genuss.
Lademöglichkeiten: E-Bike-Ladestationen gibt es unter anderem in Krumbach (Ärztehaus), am Oberrieder Weiher (vor dem Kiosk) und im Bereich des Klosters Roggenburg (Klostergasthof).

Peter Bauer

Ulrike Bosch




