Bayerisch-Schwäbische Köstlichkeiten

22.10.2025
Süße Allerseelenbrezen als bayerische Tradition beim Himmelbäck
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J. Lenzer

Süße Brezen zu Allerheiligen und Allerseelen – eine alte Tradition in vielen Teilen Bayerns. Dazu meint der Volksglaube, dass die „Armen Seelen“ am Armenseelentag des 2. Novembers dorthin zurückkehren, wo sie einst gelebt haben. Auch heute ist es in Bayerisch-Schwaben üblich, etwa den eigenen Patenkindern Seelenbrezen zu reichen. Natürlich freuen sich all deine Herzensmenschen über diese süße Leckerei, die es nur für kurze Zeit und in traditionellen Bäckereien vor Ort zu kaufen gibt. Also, Augen auf für die Allerseelenbreze.

Bis heute gelebtes Brauchtum

Anfang November ist eine besondere Zeit in Bayerisch-Schwaben. Nach alter Tradition ist dies nach Ende der Erntezeit die Zeit der Stille und Einkehr. An Allerheiligen gedenkt man im alten christlichen Brauchtum den Verstorbenen. An Allerseelen – einen Tag später – wird seit früher Zeit an die armen Seelen gedacht. Alten Überlieferungen zufolge wurde noch bis vor hundert Jahren daran geglaubt, dass an diesen Tagen die Verstorbenen für einen Tag in ihr früheres Leben zurückkehren würden. Für diese „Rückkehr“ wurden bestimmte Vorkehrungen getroffen, so etwa ein zusätzlicher Platz am Esstisch eingerichtet. Oder sie erhielten ein „Seelenmahl“, das man den heimkehrenden Seelen vor die Haustür gelegt hat. Sogenannte „Seelenbrezen“ wurden ans Grabkreuz der Verstorbenen gehängt. Nach altem Glauben „treibt“ die Hefe in den Brezen die Seele schneller nach oben. Besonders im Schwäbischen wurde zu Allerseelen Patengeschenke an Patenkinder überbracht oder eben eine Allerseelenbreze gebacken. Immer mit dem Dankesspruch: „Vergelt’s Gott für die arme Seele.“

Auch bei Handwerksbäcker Jakob Lenzer aus dem beliebten Ausflugsziel Lauingen an der Donau hat die Seelenbrezen im Angebot. In seinen Himmelbäck-Filialen verzaubert der schwäbische Bäckermeister in diesen Tagen seine Kundschaft mit der süßen Hefeteig-Tradition. Das Gebäck gibt es nur etwa drei Wochen im Jahr. Eine sehr kurze Saison, aber er möchte diese Tradition nicht aufgeben. Denn Jakob ist stolz, Teil einer langen Geschichte zu sein. 

Brot und Allerseelenbrezen vom Bäcker
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F. Trykowski

  • Lust auf Bäckstage in der Backstube? Im Himmelbäck darfst du bei den Führungen selbst Hand anlegen, bekommst Einblicke in das traditionelle Bäckerhandwerk und erhältst Insider-Tipps für deine Küche.

Brotbacken beim Himmelbäck in Lauingen
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F. Trykowski

Jakob Lenzer im Schimmelturm in Lauingen
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F. Trykowski

Bäcker Jakob Lenzer in der Backstube
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F. Trykowski

Zahpfen und Kerze als Dekoelement im November
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J. Kosinka I Unsplash

An Allerheiligen und Allerseelen werden Gräber geschmückt
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N. Staudt I Unsplash

Schwäbische Barockkirche in Lauingen an der Donau
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F. Trykowski

Autorin Bernadette Buhl von der Agentur textplizit
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Bernadette Buhl

Blog-Redakteurin

Bernadette Buhl

Ich bin freiberufliche Redakteurin und Bloggerin aus Augsburg (www.textplizit.de) und an Bayerisch-Schwaben hängt mein ganzes Herz. Mit dem Rad unsere wunderbar vielfältige Region zu erkunden, ist für mich Bereicherung und Erfüllung zugleich. Mich zieht es häufig in den Naturpark Westliche Wälder und an die vielen naturbelassenen Gewässer, die wohltuende Kraftorte für mich sind.

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