Tag des offenen Denkmals - St. Wolfgang- und Wendelin-Kapelle
Reinhold Lenski
Die bisherigen Forschungen zu Alter und Aussehen der „Unteren Kapelle“ in Bobingen haben sich auf wenige, lückenhafte Archivalien und das derzeitige innere und äußere Erscheinungsbild der spätgotischen Kapelle gestützt. Nun sind jedoch Abbildungen aus dem letzten Drittel des 16. Jahrhunderts aufgetaucht, die das Aussehen der Vorläuferkapelle auf dem ehemaligen barocken Altarbild von etwa 1680 bestätigen und damit im Hinblick auf Alter, Baustil und dessen Veränderungen offene Fragen beantworten, gleichzeitig aber auch neue Fragestellungen aufwerfen. Erst im späten 17. Jahrhundert wurden massive Um- und Anbauten in West- und Ostrichtung vorgenommen, die dem Kirchlein sein heutiges Aussehen geben. Auch die bisher fiktive Darstellung des Innenraums, festgehalten auf einer Votivtafel von circa 1665, lässt sich nun nachvollziehen. Der Bobinger Heimatforscher Franz Xaver Holzhauser wird in seiner Führung vorwiegend auf diese neue Situation in Wort und Bild eingehen, aber auch Archivalien vorstellen, die einen unter dem Fußboden der Kapelle zutage gekommenen Holzständerbau eindeutig als profanes Gebäude ausweisen. Daneben wird er einen Bezug zur noch älteren St. Leonhardskapelle am unteren Dorfende knüpfen. Am Tag des offenen Denkmals findet in der St. Wolfgang- und Wendelin-Kapelle um 15 Uhr eine Führung durch Franz Xaver Holzhauser statt. Es handelt sich dabei um eine Veranstaltung des Heimatvereins D‘Hochsträssler mit Unterstützung durch das Kulturamt Bobingen. Die Kapelle ist nur zur Führung geöffnet. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.
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