Tag des offenen Denkmals - Jüdischer Friedhof in Fischach
Ulrike Lindenbaum
Schwaben bildete neben Franken bereits seit der Frühen Neuzeit einen wichtigen Siedlungsraum für Juden. Auch in Fischach lassen sich erstmals im 16. Jahrhundert jüdische Bewohnerinnen und Bewohner nachweisen. Angesichts der intensiven Ansiedlungspolitik der Markgrafschaft Burgau nach dem Dreißigjährigen Krieg wuchs der jüdische Bevölkerungsanteil in der Staudengemeinde kontinuierlich an und erreichte im 19. Jahrhundert seinen zahlenmäßigen Höhepunkt. Im Mittelpunkt der Führung steht der denkmalgeschützte jüdische Friedhof Fischachs, der seit dem Jahr 1774 existiert und ehemals 420 Gräber umfasste. Anhand der noch vorhandenen Grabsteine lassen sich aussagekräftige Rückschlüsse auf die wechselvolle Geschichte der jüdischen Kultusgemeinde Fischachs ziehen, die mit der Deportation der letzten Fischacher Jüdinnen und Juden im August 1942 ein gewaltsames Ende fand. Am Tag des offenen Denkmals lädt Bernhard Fischer um 10 Uhr zu einer Führung über den jüdischen Friedhof ein. Aus organisatorischen Gründen ist eine vorherige Anmeldung unter Telefon 0821 3102 2547 oder via E-Mail an heimatpflege@LRA-a.bayern.de erforderlich. Männliche Teilnehmer werden gebeten, eine eigene Kopfbedeckung mitzubringen.
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