Das Obere Tor ist eines der imposantesten Wahrzeichen der Stadt. In den Jahren um 1331 wurden die beiden Stadttore Aichachs im Zuge des Befestigungsausbaus errichtet. Zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges zerstörten schwedische Streitkräfte das Stadttor bis auf den Torbogen. Erst sechzig Jahre später, 1697, erfolgte unter Stadtbaumeister Adler der Wiederaufbau des massiven Tores in barocken Formen. Als die Stadtbefestigung ihre militärische Funktion verloren hatte, kam es zu baulichen Veränderungen. In den 1860er Jahren wurden die seitlichen Fußgängerdurchgänge geschaffen.
Stadt Aichach
Bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts war das Obere Tor Arbeitsplatz und gleichzeitig auch Wohnort des Türmers. Wie andernorts waren auch die Aichacher Türmer ausgebildete Musiker, denen die Musikpflege in der Stadt oblag. Als Musikmeister prägten sie das städtische Leben bis in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Zur Aufgabe der Türmer gehörte aber auch die namengebende Turmwache. Dabei hatten die Türmer die Bewohner der Stadt bei drohender Gefahr mit einem Trompetensignal zu warnen. Davon zeugt auch die traurige Anekdote über den Stadttürmer Luitpold Port. Im Jahre 1899 war es zu einem schweren Unwetter gekommen. Als Luitpold Port zum zweiten Mal Alarm blasen wollte, traf ein Blitz seine Trompete. Er überlebte nur knapp und blieb durch den elektrischen Schlag zeitlebens gelähmt.
Heute schmücken die Außenseite des Tores eine steinerne Inschrift von 1508 mit dem Wappen Aichachs. Auf der Innenseite ist eine große Gedenktafel zu sehen, die an die Zerstörung der Stadt im Dreißigjährigen Krieg erinnert. Darunter hängt eine 36 Kilogramm schwere Kanonenkugel aus dieser Zeit.
Das Obere Tor kann nur von außen besichtigt werden!
fotografie holger weiss
