Die Fastenzeit ist im Kalender klar verortet. Im Alltag wird sie heute sehr unterschiedlich gelebt: Nicht zwingend religiös und doch bewusst. Was passiert, wenn du die Wochen bis Ostern als Einladung verstehst? Um Gewohnheiten zu prüfen, das Tempo zu drosseln und einmal die Räume zu wechseln. Vielleicht beginnt die Fastenzeit mit einer kleinen Reise, die näher liegt als gedacht. An einem Ort, der Stille zulässt. Oder mit tiefen Gesprächen, die dich mit alternativen Lebenswelten in Berührung bringen. Fastenzeit kann auch heißen: weniger Bildschirm – mehr Wald, weniger Termine – mehr Wegstrecke. Oder auch nachhaltig reisen, regional einkehren, spirituell sein im Sinne von aufmerksam zu sein für das, was im eigenen Rhythmus entsteht. Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Inspiration der Fastenzeit: nicht im Verzicht, sondern im Perspektivwechsel.

S. Kostwald

F. Trykowski
Auf ein Fastenbier mit Pater Ulrich
Am 27. Februar laden dich Pater Ulrich Keller und Abt Petrus Adrian Lerchenmüller „Auf ein Fastenbier“ in den Klostergasthof Roggenburg. In entspannter Atmosphäre geben dir die beiden Patres Einblicke in ihre persönliche Lebenswelt rund um Spiritualität, Geschichte und Lebenswelten in der Ordensgemeinschaft. Bring dich mit ein: Schreibe deine Fragen auf einen Bierdeckel und die beiden Geistlichen beantworten sie dir im Laufe des Abends bei einem gemeinsamen Gläschen Fastenbier.
Achtsam wandern am DonauWald Wanderweg
Mit einem Vorfrühlingsgefühl im Donauwald unterwegs zu sein heißt: Raum haben. Im März sind die Wege noch ruhig und du gehst ganz für dich. Nach den Wintermonaten tut Strecke gut, gleichmäßiges Gehen ordnet Gedanken. Das Licht liegt weich über dem Auwald und du entdeckst erste Knospen: Schneeglöckchen, Winterlinge, Huflattich, Märzenbecher. Die Donau rauscht, darüber legen sich Vogelstimmen. Das schärft deine Wahrnehmung. Die Natur steht jetzt im Übergang, vielleicht auch du?

Donautal Aktiv

A. Hauke
Bei Kirchenruhe innehalten
Fastenzeit kann auch heißen: Einfach mal eine Kirche betreten. Draußen ist Alltag, drinnen wartet die Stille. Gönne dir bewusst eine digitale Pause und setze dich in eine der Bänke. Hebe den Blick zum Deckengemälde – wie hier in der barocken Frauenkirche in Günzburg. Die bunte Bilderwelt reicht, um deine Gedanken zu beleben. Ein Himmel in Pastelltönen, viel Bewegung und Licht. Über dir schweben bildlich viele Jahrhunderte, wie viele Menschen müssen hier schon innegehalten haben.
Kräuterwandern mit Siglinde Beck
Im Ortsteil Lohe bei Oettingen am nördlichen Riesrand liegt der Holunderhof von Siglinde Beck. Als erfahrene Kräuterpädagogin bietet die naturverbundene Bäuerin Kräuterwanderungen ab Hof an, immer im Einklang zu den Jahreszeiten – auch schon im zeitigen Frühjahr. Dabei lernst du einheimische Wildkräuter und deren Verwendung in der Küche und für dein körperliches Wohlbefinden kennen. Danach genießt du Sieglindes Schmankerl aus der Kräuterküche, allesamt liebevoll selbst hergestellt.


F. Trykowski
Kreativwerden in Sandra Müllers Knopfmanufaktur
Nutze die Kraft des kreativen Schaffens und probiere dich mal wieder in Handarbeit. Denn Selbermachen bringt dir Ruhe, gute Laune und Zuversicht. Du kannst malen, schnitzen, töpfern – oder etwas Einmaliges ausprobieren. Nämlich Knopfunikate selbst herstellen, genauer gesagt das historische Handwerk der Posamentenknöpfe. Die beliebten Kreativkurse der Knopfmacherin zeigen dir, wie du ganz nach deinen Muster- und Farbwünschen arbeitest und damit im Anschluss Kleidung, Taschen und Schmuck aufwertest.
Die Magie des Details
Statt nur die großen Sehenswürdigkeiten abzuhaken, liegt der Fokus beim Slow Travel auf den feinen Nuancen Bayerisch-Schwabens. Achten Sie bei einem frühen Spaziergang durch die Augsburger Fuggerei auf die historischen Details der Fassaden oder spüren Sie die besondere Akustik in den verwinkelten Gassen Donauwörths. Im Nördlinger Ries lohnt sich ein genauer Blick auf den schwäbischen Suevit-Stein, in dem winzige Einschlüsse von der Urgewalt des Meteoriteneinschlags erzählen. Diese bewusste Wahrnehmung kann man auch als Fasten sehen und verwandelt einen flüchtigen Besuch in ein tiefes, entschleunigtes Erlebnis.

erlebe.bayern - Bernhard Huber




