Wittelsbacher Schloss mit Museum

Von weitem schon ist es zu sehen, das Wittelsbacher Schloss auf der Lechrainhöhe am Rande der Friedberger Altstadt. Die Burganlage wurde vor der Stadtgründung anno 1257 als Grenzfeste erbaut und diente im 16. Jahrhundert Christine von Lothringen als komfortabler Witwensitz. Dadurch wurde Friedberg zu einem Mittelpunkt höfischen Lebens in Bayern. Auf einigen ihrer prachtvollen Feste soll unter anderen Orlando di Lasso zu Gast gewesen sein, der in Diensten der Augsburger Fugger stand.

Im Laufe der Jahre wurde die Anlage immer mehr renovierungsbedürftig und so begann 2015 das mit 21 Millionen Euro veranschlagte Projekt der Rundumsanierung. 

Im Oktober 2018 wird sich das Wittelsbacher Schloss als neues und modernes Kultur- und Veranstaltungszentrum präsentieren. Bürger können künftig in den Gewölben des Rittersaals und in der Remise ihre Hochzeit oder ihren Geburtstag feiern. Besucher können im Renaissancehof unter dem Sternenhimmel Konzertmusik lauschen, auf der Schlossterrasse einen Cappuccino trinken und vom Schlossturm aus die Aussicht Richtung Alpen und dem Lechfeld genießen.

Für Firmenevents und Tagungen stehen Veranstaltungsräume verschiedener Größen zur Auswahl: Vom Herzog-Ludwig-Zimmer für 25 Personen bis zum Großen Saal für 380 Personen. Letzterer ist das Herzstück des Gebäudes. Mit 20 Metern Länge, einer Breite von 15 Metern und einer Höhe von 13 Metern entfaltet er eine völlig neue Dimension. Er erhält einen stilvollen Eichendielenboden und wird mit modernster Technik ausgestattet für vielfältige Veranstaltungsformate wie Bälle, Kabarettabende, Theaterstücke und Festakte. Ihm ist die Fürstengalerie als Foyer vorgelagert.

Der neue Glanz, die unmittelbare Nähe zu Friedbergs Altstadt und der gepflegte Schlossgarten verschaffen den Veranstaltungen im Wittelsbacher Schloss eine einzigartige Atmosphäre.


Für Frühjahr 2019 ist die Wiedereröffnung des Museums geplant. Das Museum im Schloss zählt mit seinen 130 Jahren zu den ersten Museumsgründungen Bayerns und ist im Zuge der Sanierung in den Südflügel umgezogen, wo es sich modern und interaktiv präsentiert. Der Schwerpunkt der Präsentationen liegt auf den international bedeutsamen Uhren, die vom 16. bis zum 19. Jahrhundert von Friedberg aus - als ein Zentrum der Uhrmacherkunst - bis nach Ungarn, Venedig und sogar in das Osmanische Reich geliefert wurden. Parallel entwickelte sich im 18. Jahrhundert ein weiterer Wirtschaftszweig: Kurfürst Maximilian III. Joseph von Bayern ließ im Wittelsbacher Schloss Fayencen produzieren, die heute an Ort und Stelle zu bestaunen sind. 

Sehenswert sind auch die Archäologie-Abteilung sowie die Themen „Wallfahrten“ – bezugnehmend auf die ortsansässigen Wallfahrtskirchen Herrgottsruh und Sankt Afra im Felde – und „sakrale Kunst“. Ausgestellt sind die Sammlung von Werken bedeutender Friedberger Künstler des 20. Jahrhunderts und Buchillustrationen aus der Zeit der schwarzen Romantik und Phantastik von Fritz Schwimbeck. Dem Grafiker und Bildhauer Reinhart Heinsdorff ist ein Kabinett gewidmet. Von ihm besaß und besitzt europaweit fast jeder ein Kunstobjekt in seinem Portemonnaie: Er entwarf die Zweimarkmünze mit dem Porträt Konrad Adenauers und die deutschen Cent-Stücke mit dem Brandenburger Tor.

Mitmachstationen und Medienangebote − sowie das neue Museumscafé mit Zugang zum Schlossgarten − machen den Besuch zu einem Erlebnis für alle Sinne.


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Stadt Friedberg
Sonja Weinfurtner

Schlossstr. 21
86316 Friedberg

Tel.: 0821-6002 615