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Die Wittelsbacher: Bayern in Schwaben

Tausend Jahre lang war der Lech Kultur- und Sprachgrenze zwischen Schwaben und Bayern. Doch 1806 teilte Napoleon Teile von Schwaben Bayern zu, wo seit 1180 die Wittelsbacher regierten. 1115 wurde die namensgebende, 1209 zerstörte Stammburg „Witilinesbac“ erstmals beurkundet. Über der Ruine in Oberwittelsbach steht die Marienkirche, davor ein Nationaldenkmal. Das Wasserschloss in Unterwittelsbach nahe dem Burghügel erwarb 1838 Herzog Max in Bayern, der Vater der späteren Kaiserin Elisabeth von Österreich. Das „Sisi-Schloss“ ist ein Wahrzeichen des Landkreises Aichach-Friedberg, des so genannten Wittelsbacher Lands. 1839 baute Max das Kloster Kühbach zum Schloss um. 

1347 verlieh Kaiser Ludwig „der Bayer“ Aichach das Stadtrecht. Aichachs Mittelpunkt ist das barocke Rathaus. Ein Barockrathaus ist auch das Zentrum Friedbergs, das Herzog Ludwig II. „der Strenge“ 1264 gründete. Herzog Ludwig VII. machte Friedberg 1404 zur Stadt und ab 1409 zur Festung. Über den Mauern der 1257 erbauten Burg Ludwigs II. entstand das Wittelsbacherschloss. In diesem Renaissancebau ließ der bayerische Kurfürst Maximilian III. Joseph 1754 eine Fayencemanufaktur einrichten. Auch die um 1250 von den Wittelsbachern gegründete Stadt Rain am Lech war eine Grenzfestung. Nach 1421 wurde das Schloss vollendet.

Lange vor 1806 besaßen Wittelsbacher Städte in Schwaben, da sie den letzten Staufer – Konradin, Sohn einer Wittelsbacherin – beerbt hatten. Weißenhorn bei Ulm sowie die Donaustädte Höchstädt, Lauingen und Gundelfingen wurden bayerisch. Wemding im Ries war ab 1457 im Besitz der Wittelsbacher: Das mittelalterliche Stadtbild mit Stadtmauer und -toren ist gut erhalten. An Pfalz-Neuburg erinnert das bis 1603 erbaute Renaissanceschloss in Höchstädt. Das Schloss in Lauingen war die Nebenresidenz dieses Fürstentums. Donauwörth wurde erst 1714 endgültig bayerisch. Ein Grabmal in der Kirche Heilig Kreuz erinnert an Maria von Brabant: Ihr Ehemann, der Wittelsbacher Ludwig II., ließ sie 1256 aus Eifersucht enthaupten. 

Ziele, Touren und Erlebnismöglichkeiten

1. Unterwittelsbach: Sisi-Lauschtour
Zum Sisi-Schloss, dem Burghügel und den Wittelsbachern in Ober- und Unterwittelsbach informiert die Lauschtour "Prinzessin Elisabeth und der legendäre Clan der Wittelsbacher": www.bayerisch-schwaben.de/lauschtour. Im Sisi-Schloss selbst finden jährlich Ausstellungen zu Themen rund um die Kaiserin von Österreich statt. www.stadt-aichach.de

2. Oberwittelsbach: Wander- und Radtour
Nach Oberwittelsbach leiten auch zwei Wanderrouten www.aichach.de, www.wittelsbacherland.de und eine Radwanderroute auf der „Altbaierischen Sisi-Tour“.

3. Aichach: Wittelsbachermuseum
Im Unteren Stadtturm stellt das Wittelsbachermuseum unter anderem Grabungsfunde von Burg Wittelsbach aus: www.aichach.de.Informationen rund um das „Wittelsbacher Jahr "900 Jahre Wittelsbach und Aichach“ gibt es hier.

4. Friedberg: Museum im Wittelsbacherschloss
Das Friedberger Museum im Wittelsbacherschloss am Rand der Altstadt zeigt Friedberger Fayencen und Friedberger Uhrmacherkunst. Bis Ende 2017/Anfang 2018 ist dieses Museum wegen Renovierungsmaßnahmen geschlossen. www.museum-friedberg.de

5. Rain: Grenzstadt im Lechtal
In der von Wittelsbachern gegründeten Grenzstadt im Lechtal ist heute der Dehner Blumen Park die größte Attraktion. Das Schloss liegt im Gelände der Landesgartenschau von 2009. Das Heimatmuseum informiert zur einstigen Funktion als bayerische Grenzfestung. www.rain.de

6. Donauwörth: Grabdenkmal Maria von Brabant
Das Grabdenkmal der unglücklichen Maria von Brabant sehen Sie in der Klosterkirche Heilig Kreuz, einer der größten Sehenswürdigkeiten der Donaustadt. www.donauwoerth.de

7. Wemding: einstige Wittelsbacher-Stadt
Die romantische Stadt am Riesrand ist heute ein staatlich anerkannter Erholungsort. www.wemding.info

8. Höchstädt: Schloss der Wittelsbacher
Das imposante Schloss der Wittelsbacher zeigt im Sommerhalbjahr das Museum Deutscher Fayencen und eine Ausstellung zur Schlacht bei Höchstädt, die 1704 während des Spanischen Erbfolgekriegs geschlagen wurde. www.schloss-hoechstaedt.de

9. Lauingen: Baudenkmäler
Lauingen gilt wegen seiner vielen Baudenkmäler als ein „zweites Nördlingen“. An die Wittelsbacher erinnern das Schloss und das Grabmal der 1536 verstorbenen Pfalzgräfin Elisabeth in der Stadtpfarrkirche St. Martin. www.dillingerland.de

10. Gundelfingen: Donaustadt
Ein Wappen mit dem bayerischen Löwen sieht man in der Donaustadt am romantischen Unteren Tor. www.gundelfingen-donau.de

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